Begleitung (Monitoring) des Blühstreifenprogramms in Sachsen-Anhalt

  • Hintergrund

    Hintergrund

    Das Zierliche Brillenschötchen (Biscutella laevigata subsp. gracilis) kommt in Deutschland nur noch in Sachsen-Anhalt im Saaletal nördlich von Halle/Saale sowie mit einigen wenigen Populationen im Elbtal bei Dessau vor. Insgesamt sind für den Zeitraum nach 1980 lediglich 23 Fundpunkte bekannt, von denen einige Vorkommen nur kleine Population aufweisen. Das Land Sachsen-Anhalt trägt damit für den Erhalt der Art und ihrer Lebensräume eine besondere Verantwortung.

    Habitus

    Blattrosette

    Brillenförmige Spaltfrüchte

    Die ausdauernde Art ist an xerotherme und nährstoffarme Lebensräume angepasst. Im Zuge von Landnutzungsänderungen (v.a. Rückgang der traditionellen Schaf- und Ziegenbeweidung) sind die Lebensräume des Zierlichen Brillenschötchens durch Nutzungsaufgabe und Nährstoffeinträge zunehmend gefährdet. Eine schleichende Habitatverschlechterung und die damit einhergehenden geringen Keim- und Etablierungschancen erhöhen die Gefahr einer genetischen Verarmung in den Populationen und eines lokalen Aussterbens. Somit ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung eines günstigen Flächenzustandes der Lebensräume entscheidend für den Fortbestand und die Förderung der einzelnen Populationen dieser Art. Biscutella laevigata subsp. gracilis steht damit stellvertretend für zahlreiche andere durch Landnutzungsänderungen gefährdete Pflanzenarten xerothermer Standorte.

    NSG Zornberg (Saaletal)

    NSG Lunzberge (Saaletal)

    NSG Saalberghau (Elbtal)

    Kühnauer Park (Elbtal)

     

  • Zielstellungen

    Zielstellungen

    Übergeordnetes Ziel des Projektes ist die nachhaltige Verbesserung der Bestandssituation der Verantwortungsart und ihrer Lebensräume in Sachsen-Anhalt. Aufbauend auf einer wissenschaftlichen Analyse zur aktuellen Bestands- und Gefährdungssituation wird ein umsetzungsorientiertes und flächenkonkretes Schutz- und Förderkonzept für Biscutella laevigata subsp. gracilis entwickelt sowie erste Maßnahmen umgesetzt. Dabei sollen sowohl Artenhilfsmaßnahmen (z.B. Populationsstützungen) als auch Pflegemaßnahmen für den Erhalt und die Entwicklung der Standorte durchgeführt werden.

  • Projektablauf

    Projektablauf

    Die Projektdurchführung ist inhaltlich in die folgenden Schritte gegliedert:

    1. Recherche und Zusammenführung vorliegender Daten zu den Populationen von B. laevigata subsp. gracilis und den Standorten. Auf Grundlage der erstellten Flächenkulisse (tatsächliche Anzahl der existierenden Populationen) folgt die ergänzende Zusammenführung vorliegender Informationen zu bisher auf den Flächen durchgeführten Nutzungs- und Fördermaßnahmen.
    2. Überprüfung und Erfassung des aktuellen Flächenzustandes sowie der Bestands- und Gefährdungssituation der einzelnen Populationen im Gelände.
    3. Entwicklung eines flächenkonkreten Schutz- und Förderkonzeptes auf Grundlage der Ergebnisse der Recherchearbeiten und der Geländeuntersuchungen.
    4. Exemplarische Umsetzungen von direkten Artenhilfsmaßnahmen und indirekten Fördermaßnahmen für den Erhalt bzw. die Entwicklung der Standorte von Biscutella laevigata subsp. gracilis.