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Mahdgrünland

Grünland ist in ganz Deutschland im Rückgang begriffen. Seit 1991 ging die Fläche des Dauergrünlandes um mehr als 10 % zurück. Zurzeit beträgt der Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzungsfläche knapp unter 29 %. In Sachsen-Anhalt nimmt es mit ca. 15 % den geringsten Flächenanteil aller Bundesländer ein und konzentriert sich vorrangig in Schutzgebieten (Biosphärenreservate, FFH-Gebiete).

Neben der Problematik des kontinuierlichen Verlustes an Grünlandflächen werden diese zudem häufig nicht naturschutzgerecht genutzt. Eine Unternutzung führt genauso wie eine zu intensive Schnitthäufigkeit zu arten- und strukturarmen Wiesen. Während eine Unternutzung auf produktiven Standorten zur Streuanreicherung, zum Aufkommen von Brachzeigern und zum Verlust konkurrenzarmer Kräuter führt, sind intensiv genutzte Bestände durch Gräserdominanz und Kräuterarmut gekennzeichnet.

Um artenreiches Grünland zu erhalten oder zu entwickeln, sind standortangepasste Mahdtermine und Mahdhäufigkeiten ebenso wie die Düngung (Begrenzung der Stickstoffdüngung, Erfordernis der Grunddüngung) von großer Bedeutung. Im Rahmen von Managementplänen, Pflege- und Entwicklungsplänen und Nutzungskonzepten müssen nachvollziehbare, zielgerichtete und konkrete Maßnahmen für verschiedene Grünländer ausgesprochen werden. Dazu bedarf es einer regionalen und standörtlichen Differenzierung (Standortgruppen) und darauf abgestimmter Bewirtschaftungsempfehlungen.

Ist Grünland erst einmal stark artenverarmt, siedeln sich charakteristische und wertvolle Arten ohne direkt angrenzende Diasporenquellen in der Regel nicht wieder von selbst an. Die Aufwertung solch artenarmen Grünlandes kann über die verschiedenen Maßnahmen einer naturnahen Begrünung (z.B. Einbringen von Arten über Mahdgutauftrag, Ansaat) erfolgreich umgesetzt werden.


LRT 6520 - Berg-Mähwiese (Foto: S. Dullau).

Die Offenlandlebensraumtypen (LRT) 6440 (Brenndolden-Auenwiesen), 6510 (Magere Flachland-Mähwiesen) und 6520 (Berg-Mähwiesen) besitzen sowohl aus quantitativer als auch qualitativer Sicht eine hohe Bedeutung für Sachsen-Anhalt.

Für diese drei Lebensraumtypen wurden als Grundlage für eine wissenschaftlich bzw. naturschutzfachlich begründete und damit zielgerichtete Ableitung von Grünlandmaßnahmen Standortgruppen erarbeitet. Diese berücksichtigen die standörtlichen Gegebenheiten sowie die regionalen, landschaftsraumtypischen Ausprägung verschiedener Grünlandtypen.

Standortgruppen - pdf-Dokument [2.332 KB]

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LRT 6440 - Brenndolden-Auenwiese (Foto: K. Osterloh).

Basierend auf den für Sachsen-Anhalt erarbeiteten Standortgruppen wurden im Rahmen von Workshops, Expertenbefragungen und Literaturauswertungen Empfehlungen für die naturschutzgerechte Bewirtschaftung der Grünlandlebensraumtypen 6440 (Brenndolden-Auenwiesen), 6510 (Magere Flachland-Mähwiesen) und 6520 (Berg-Mähwiesen) in Sachsen-Anhalt zusammengestellt. Diese bieten eine Grundlage für die zielgerichtete Maßnahmenableitung für Verordnungen und Managementpläne. Die bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse werden fortlaufend durch die systematische Erprobung praktischer Maßnahmen vertieft und damit Wissenslücken geschlossen. Die Bewirtschaftungsempfehlungen unterliegen dadurch einer laufenden Fortschreibung.

Bewirtschaftungsempfehlungen - pdf-Dokument [208 KB]

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Mahdgutübertrag im Wulfener Bruch (Foto: D. Elias).

Eine Datenbak zu Grünlandversuchen wird im Winter 2010/2011 aufgebaut und an dieser Stelle veröffentlicht.

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Stand: 16.11.2011