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Beweidungskonzepte

Die extensive Weidenutzung stellt neben der Pflegemahd, Entbuschungsmaßnahmen, der Etablierung von naturschutzfachlich wertgebenden Zielarten oder der Wiederherstellung von Lebensräumen eine weitere Möglichkeit zur Sicherung der Arten- und Lebensraumvielfalt in unserer Kulturlandschaft dar. Die Beweidung mit Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden oder Eseln hat aber unsere Ökosysteme nicht erst seit der Kulturnahme der neolithischen Bauern und der damit verbundenen Entstehung von Kulturlandschaften geprägt. Über lange Zeiträume waren große Pflanzenfresser wie Wisent, Auerochse oder Wildpferd integrative Bestandteile unserer Ökosysteme und haben ein vielfältiges, teilweise offenes und halboffenes Landschaftsmosaik geschaffen.

Für viele Tier- und Pflanzenarten sind die Wirkungen der Weidetiere wie zum Beispiel Fraß, Tritt, Wälzen oder der Dung wichtige Existenzgrundlagen. Sie nehmen daher eine wichtige Schlüsselrolle in unseren Ökosystemen ein. Im Naturschutz haben sich vielfältige extensive Weidenutzungsformen entwickelt, dabei werden folgende Ansätze unterschieden (u. a. Riecken 2004, Bunzel-Drüke et al. 2008):




Diese Weidenutzungsformen sind den früheren, jahrhunderte alten landwirtschaftlichen Weidenutzungsformen sehr ähnlich. Typische Beweidungsformen sind beispielsweise die Hüteschafhaltung oder Saisonbeweidung. Auch die Haltung von Ziegen war in der Vergangenheit verbreitet.

"Management von Offenland-Lebensräumen an pflegeproblematischen Steilhängen durch Ziegenstandweiden"

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"Beweidung mit Schafen und Ziegen auf orchideenreichen Kalktrockenrasen im Naturschutzgebiet "Tote Täler" (Sachsen-Anhalt)"

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Bei dieser Beweidungsform leben zumeist robuste Haustierrassen ganzjährig und in halbwilder Form auf großen Flächen. Ziel ist die Renaturierung und der langfristige Erhalt naturschutzfachlich wertvoller Biotope oder FFH-Lebensraumtypen sowie die Förderung landschaftsdynamischer Prozesse. Bei einer Gefährdung konkreter Managementziele wird jedoch gezielt in die Entwicklungsprozesse eingegriffen. Mit diesem Ansatz werden zudem günstigere Finanzierungskonzepte verfolgt, da eine langfristige und kostendeckende Finanzierung traditioneller Weidenutzungsformen zunehmend schwieriger geworden ist.

"Monitoring einer Ganzjahres-Standweide mit Koniks auf einem Halbtrockenrasen auf dem Rödel (Sachsen-Anhalt)"

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"Pflegemanagement von FFH-Offenlandlebensräumen in der "Oranienbaumer Heide" (Sachsen-Anhalt)"

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Ziel dieses Ansatzes ist die Förderung natürlicher Prozesse. Die Entwicklung der Landschaften und Ökosysteme erfolgt ergebnisoffen, konkrete Managementziele werden nicht definiert. Zumeist werden bei diesem Ansatz Wildtiere oder durch Abbildzüchtungen ausgestorbener Wildformen (Auerochse, Wildpferd) entstandene Weidetiere eingesetzt.

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Stand: 16.11.2011